Luftschall und Trittschall – Berechnungsverfahren und bauphysikalische Grundlagen

Um den Schallschutznachweis im Gebäudeinneren zu führen, unterscheidet die DIN 4109 grundlegend zwischen der Übertragung von Luftschall und Trittschall. Die Berechnungsmethodik hierfür ist in der DIN 4109-2 detailliert festgelegt.

Kennzeichnende Größen

  • Luftschalldämmung: Die maßgebliche Größe zur Beurteilung der Schalldämmung zwischen zwei Räumen ist das bewertete Bau-Schalldämm-Maß (angegeben in Dezibel). Es berücksichtigt alle in Frage kommenden Schallübertragungswege am Bau.
  • Trittschalldämmung: Der Trittschall (z. B. Gehgeräusche) wird durch den bewerteten Norm-Trittschallpegel im Bau beschrieben. Im Gegensatz zur Luftschalldämmung gilt hier: Je niedriger der Wert, desto besser ist der Schallschutz.

Das Prinzip der Flankenübertragung

Ein zentrales Element des modernen rechnerischen Schallschutznachweises ist die Betrachtung der Flankenübertragung. Der Schall nimmt nicht nur den direkten Weg durch die trennende Wand oder Decke (Direktschalldämmung ). Ein erheblicher Teil der Schallenergie wird über die flankierenden (angrenzenden) Bauteile in den Empfangsraum abgestrahlt.

Bei einer typischen Raumsituation (ein Trennbauteil, vier flankierende Bauteile) müssen insgesamt 13 verschiedene Übertragungswege berechnet und energetisch addiert werden.

Unterschiede in den Bauweisen

Das Rechenmodell der Norm unterscheidet stark nach der gewählten Bauweise:

  • Massivbau: Hier wird die Übertragung maßgeblich durch die flächenbezogene Masse (Schwere) der Bauteile und die Ausbildung der Stoßstellen (Knotenpunkte) bestimmt.
  • Holz-, Leicht- und Trockenbau: Bei diesen mehrschaligen, elementierten Konstruktionen wird die Flankenübertragung pauschal über die in Laborprüfungen ermittelte bewertete Norm-Flankenschallpegeldifferenz berechnet.

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